Markierungs- und Pilgerführerkontrolle 2020

06.07.2020: 1. Tag Köln - Bad Godesberg (47 km)

Nicht erschrecken - diesen Abschnitt habe ich mit dem Fahrrad absolviert. Heute habe ich begonnen, die Markierungen des Linksrheinischen Jakobswegs zu kontrollieren und ggf auszubessern. Da dieser Abschnitt durchaus auch bis auf ganz kurze Stücke per Rad gefahren werden kann, habe ich darauf verzichtet, meine Füße zu beanspruchen. Leider sind die Markierungen in Köln so gut wie nicht mehr vorhanden. Ein Nachmarkieren macht auch nicht viel Sinn, da die Aufkleber wahrscheinlich schneller entfernt werden, als sie dort hängen. Daher werden wir in Absprache mit dem Conrad Stein Verlag die Wegbeschreibung aus dem Outdoor Handbuch 278 "Linksrheinischer Jakobsweg" zur ersten Etappe auf unserer Website für jedermann zur Verfügung stellen. Ab Rodenkirchen bis Bad Godesberg waren die Markierungen überwiegend in einem sehr guten Zustand. Nur in Bonn und Bad Godesberg musste ich einige Markierungen erneuern und zum Teil auch korrigieren. Auf dieser Wegstrecke sollte sich eigentlich niemand verlaufen. Problematisch erwiesen sich heute die Stempelstellen. In Köln hatte ich Pech, lag aber auch daran, dass im Dom gerade ein Gottesdienst gefeiert wurde, und da muss man die Domschweizer nicht wegen einem Stempel stören. Erst in Wesseling konnte mein Pilgerpass erstmals gestempelt bzw. beklebt werden. Seit gut 1,5 Jahren befindet sich neben dem Zugang zum Pfarramt ein Kästchen, aus dem sich die Pilger ihren Stempel als Aufkleber herausnehmen können - eine gute Idee. Damit ist der "Stempel" rund um die Uhr verfügbar. In Bad Godesberg habe ich an der leider verschlossenen Michaelskapelle alle drei Stempel bekommen, die im Briefkasten der Eremitage deponiert waren. Schade, dass ich Schwester Benedikta nicht persönlich angetroffen habe, schließlich habe ich alle Stempel für sie entworfen. Ich hätte gerne ein wenig mit ihr geplaudert. Für die Wegbeschreibung habe ich wieder ein paar gute Hinweise erhalten, im Laufe der Zeit gibt es halt einige Veränderungen. So kann ich auch hier einiges anpassen.

07.07.2020: 2. Tag Bad Godesberg - Remagen (26 km)

Zweiter Tag auf dem Linksrheinischen Jakobsweg, ab heute dann auch zu Fuß. Bereits in Bad Godesberg musste ich im Redoutenpark die Markierung an zwei Stellen verbessern, sonst wäre ein Verlaufen die Folge gewesen. Auch in der ersten Waldpassage fehlten einige Schilder, die ersetzt wurden. Immer wieder gibt es jedoch Probleme mit der Richtungsanzeige. Die Stelle des Muschelsymbols, an der die Strahlen zusammentreffen - das so genannte Muschelschloss - markiert die Richtung, in die gepilgert wird. Das wird jedoch leider nicht durchgehend eingehalten. Oftmals ergänzen kleine gelbe Pfeile das Schild und weisen dadurch eindeutig die Richtung. In den Fällen ohne Pfeil kann es aber zu Irritationen kommen. Das habe ich korrigiert. In Ließem besuchte ich noch kurz unsere neue Pilgerunterkunft und ließ zwei Aufkleber zur Kennzeichnung da. Ab der Grenze zu Rheinland-Pfalz hatte ich bis auf drei Stellen vor und in Oberwinter bzw. dem Waldschlösschen vor Remagen keine Arbeit - alles tiptop. Zum Abschluss des Tages bekam ich im Kloster St. Apollinaris von einer netten Schwester meinen einzigen Stempel für heute.

09.07.2020: 3. Tag Remagen - Brohl-Lützing (19 km)

Heute hatte ich Begleitung von Hans Ries, einer der erfahrensten aus unserem fleißigen Markierungsteam, das für den sehr guten Zustand der Markierungen auf dem Linksrheinischen Jakobsweg verantwortlich ist. Von ihm habe ich bei einer Markierungsaktion am Rhein-Camino alles gelernt. Zu Beginn der Etappe begann es leicht zu tröpfeln und wir verpackten die Rucksäcke. Doch an der nächsten Ecke kam schon die Sonne heraus und der Niederschlag wurde verdrängt. Auf dem Victoria Weg gab es ein paar Unstimmigkeiten bezüglich der Wegeführung, die wir aber schnell mit Hilfe eines aufmerksamen Anwohner klären konnten. Es folgte eine längere und interessante Unterhaltung. Nur ein paar Ecken weiter gab es noch ein wenig Smalltalk mit einer vierköpfigen Familie. Auf dem weiteren Weg hatten wir nur selten Gelegenheit, an den vorhandenen Schildern, Aufklebern oder Sprühmarkierungen etwas nachzubessern. Hin und wieder war ein Schild aufgrund von baulichen Veränderungen nicht mehr vorhanden oder durch Bewuchs nicht mehr sichtbar. Ansonsten hatten wir uns viel zu erzählen, alte Camino-Geschichten oder unsere Mitarbeit beim Projekt "Artenschutz am Pilgerweg". Es wurde eine kurzweilige Tour, ganz im Gegenteil zu den Tagen, an denen ich alleine unterwegs bin. Auch für den Pilgerführer konnte ich wieder einige kleine Anpassungen notieren. Am meisten hat mich geärgert, dass ich an einer Stelle in Sinzig einen Fehler bei der Richtungsangabe gemacht habe. Zum Glück gibt es keine andere Möglichkeit, als in die korrekte Richtung zu gehen. Interessant, wie sich die Sicht auf den Weg nach ein paar Jahren verändert. Pilgerstempel gab es auch an den vorgesehenen Stellen in Bad Breisig, sodass sich der heute überprüfte Abschnitt in einem sehr guten Zustand befindet.

10.07.2020: 4. Tag Brohl-Lützing - Miesenheim (19 km)

Auch heute wurde ich wieder von Hans Ries begleitet. Bis auf den steilen und zum Teil alpinen Aufstieg am Startort erwartete uns heute eine eher leichte Etappe. Auf diesem Abschnitt hat man aus verschiedenen Höhen traumhafte Ausblicke ins Rheintal, bei gutem Wetter sogar bis zum Drachenfels. Mit den Markierungen hatten wir nicht sehr viel Arbeit. Es waren überwiegend verblasste Muscheln auszutauschen und an wenigen Stellen haben wir zur besseren Orientierung zusätzliche Schilder angebracht. Immer wieder ärgerlich ist, wenn irgendwelche Spaßvögel sich an Wegmarkierungen vergehen. Wir haben zum Beispiel in diesen Tagen von unseren Markierungen mehrfach nur noch die Befestigungsschrauben vorgefunden. Oftmals sieht man auch die Spuren von Versuchen, Aufkleber zu entfernen. Ganz schlimm sind solche Menschen, die sich künstlerisch auf den Symbolen verwirklichen müssen - ein Beispiel findet ihr bei den Fotos. Was uns auch nicht gefällt, wenn gutmütige Menschen der Ansicht sind, unsere Markierungen zu ergänzen. Wir haben dieser Tage unzählige kleine gelbe Pfeile, zum Teil unmittelbar an unseren Muscheln, gesehen. Einmal mussten wir heute ein mit Reisszwecken an einem Baum befestigtes Schild mit der Aufschrift Jakobspilger-Weg entfernen. Das mag zwar alles gut gemeint sein, hilft uns aber nicht weiter. Für die Markierung des Linksrheinischen Jakobsweges haben wir von der Oberen Naturschutzbehörde eine Kennzeichnungsbefignis erhalten, in der das Markierungszeichen eindeutig festgelegt ist. Man tut uns also keinen Gefallen, wenn durch Dritte zusätzliche Zeichen angebracht werden. Für alle, die sich unbedingt ein Markierungszeichen mit nach Hause mitnehmen möchten, geben wir ein solches gerne in neuwertigem Zustand und ungenutzt gegen eine Spende für unsere Wege ab. Erfreulich, dass ich heute nur drei Anpassungen des Pilgerführers aufnehmen musste. Zwei davon gehen auf die Veränderung der Umwelt durch starken Bewuchs und Windbruch zurück. Ausserdem konnte ich feststellen, dass der Pilgerstempel von Andernach inzwischen auch im Mariendom zum Selbststempeln erhältlich ist. Maßgeblich war Hans daran beteiligt, wie er mir berichtete. Auf dem Weg nach Miesenheim hängen in den Bäumen zahlreiche Vogelnistkästen, die Hans gebaut hat und die er auch regelmäßig säubert. Auf den Kästen sind Markierungszeichen angebracht. Mehr zum Projekt "Artenschutz am Pilgerweg" gibt es hier: www.artenschutz-am-pilgerweg.eu. Jetzt ist die Woche Urlaub vorbei, in spätestens vier Wochen geht es weiter.

02.08.2020: 5. Tag Miesenheim - Koblenz (24 km)

Heute folgte die nächste Kontrolletappe auf dem Linksrheinischen Jakobsweg. Allerdings brauchte ich mich nicht mehr um die Markierungen zu kümmern. In den letzten zwei Wochen waren bereits Hans und Ferdi unterwegs und haben sich darum gekümmert. Mein Fazit nach dem heutigen Tag: alles ist OK, man kann ohne Probleme nach den Markierungen laufen. Manchmal muss man halt auch die Augen aufmachen, weil es nicht immer ideale Örtlichkeiten zum Anbringen eines Schildes gibt. Meinen ersten Pilgerstempel habe ich mir in Kettig abgeholt, den gibt es noch nicht so sehr lange. Er ist erhältlich im Café Tante Miesche, das in einem historischen Haus untergebracht ist und einen urigen Hof besitzt. Hier gibt es Kaffee, Frühstück oder Kuchen. Allerdings ist es circa 350 m vom Weg entfernt, der sich aber lohnt. Weiter ging es durch die Streuobstwiesen oberhalb von Mülheim-Kärlich. Von dort hat man einen schönen Blick ins Rheintal und man vermisst in keinerlei Weise den abgerissenen Kühlturm des ehemaligen Kernkraftwerkes. Nach einem etwas schweißtreibenden Anstieg erreicht man anschließend den Koblenzer Stadtteil Rübenach. Dort hat eine Bürgerinitiative Infotafeln, Pilgersteine und Vogelnistkästen mit Wegweisern installiert. Das schönste Objekt ist am Ortsausgang ein Pilgerkreuz! Und den Pilgerstempel gibt es rund um die Uhr zugänglich - in einem Briefkasten. Vom Heyerberg geht es nun an einigen Kreuzwegstationen abwärts nach Güls. Nach der Überquerung der Mosel verläuft der Camino entlang des Flussufers. Unterwegs trifft man auf einen Pilgerstein mit einer Jakobusfigur, der man inzwischen gewaltsam den eigentlich vorhandenen Pilgerstab entwendet hat. Schließlich musste ich im Slalom durch Scharen von Touristen hindurch, um mir noch im Ludwig Museum den letzten Stempel für heute abzuholen. Ich bin ja immer neugierig, wie viele Pilger denn hier so durchkommen. Wir haben ja nirgendwo Listen zur Erfassung der Pilger ausliegen. Von der Dame an der Kasse wurde mir jedoch bestätigt, dass derzeit sehr viele Leute nach dem Pilgerstempel fragen. Damit war mein Tagwerk mit dem Erreichen meines Wohnortes beendet und es ergaben sich nur ganz wenige Ergänzungen zum Pilgerführer - demnächst geht es weiter.

12.08.2020: 6. Tag Koblenz - Rhens (15 km)

Heute ging es wieder auf den Linksrheinischen Jakobsweg – bei schönstem Wetter mit hohen Temperaturen. Ich begann meinen Weg in den Kaiserin-Augusta-Anlagen in Koblenz, wo ich zuletzt die Tagesetappe beendet hatte. Ein erster mühsamer Anstieg brachte mich zum Aussichtspunkt Rittersturz, wo ich zunächst zwei junge Frauen traf, die auf dem RheinBurgenWeg unterwegs waren. An der Gedenkstätte wurden wir von einer weiteren jungen Frau angesprochen, ob wir den Jakobsweg gingen. So kamen wir mit Natalie aus der Schweiz ins Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass sie gerade auf dem Linksrheinischen Jakobsweg unterwegs ist und heute bis Rhens laufen wird. Da ich selbiges vorhatte, bot ich ihr an, sie zu begleiteten. Da sie meinen Pilgerführer vom Conrad Stein Verlag nutzte, outete ich mich als dessen Autor. Wir machten uns nach ihrer Pause auf den Weg und hatten uns viel über unsere bisherigen Jakobswege zu erzählen. Darüber hinaus ging uns der Gesprächsstoff während der ganzen Strecke nie aus - und wir hatten sehr viele unterschiedliche Themen. Mit der Wegmarkierung und den Beschreibungen im Buch war ich sehr zufrieden. Nur an einer Stelle wurde anscheinend ein erst vor ein paar Tagen angebrachtes Markierungsschild entfernt.

13.08.2020: 7. Tag Rhens - Bad Salzig (17 km)

Weiter geht es auf dem Linksrheinischen Jakobsweg. Zunächst holte ich Natalie im Roten Ochsen ab, danach statteten wir noch Karl-Heinz Vaßen und seiner Pension einen kurzen Besuch ab. Er hatte mich schon vor längerer Zeit eingeladen, seine Räumlichkeiten zu besichtigen. Dann machten wir uns auf den Weg – zunächst durch Rhens und nach Brey. Dort ging es aufwärts und ich konnte erste Veränderungen entlang des Caminos feststellen. Neben einem neuen Mountainbike-Parcour entdeckten wir auf einer Freifläche einen „Open-Air-Hochzeits-Platz“ mit drei Bänken aus Baumstämmen und einem Torbogen, der noch mit den verwelkten Blumensträußchen einer Hochzeit verziert war. Am Jakobsberger Hof bekamen wir unseren ersten Pilgerstempel und wir nutzten die Gelegenheit zu einer ersten ausgiebigen Pause. Die Markierungen waren soweit auch alle in Ordnung, sodass wir wieder interessante Gespräche über verschiedenste Themen führten. Schließlich erreichten wir den Vierseenblick und unterbrachen die Etappe für ein Kaltgetränk. Hinter dem Gedeonseck erwartete uns der steile Abstieg unterhalb des Sesselliftes, der für Natalie keine große Herausforderung war. In Boppard folgten wir unserem bisherigen Tageablauf und ließen uns auf dem Marktplatz in einem Café nieder. Außerdem gab es in der Tourist-Information den nächsten Pilgerstempel. Es blieb jetzt noch der letzte Abschnitt bis Bad Salzig. Dabei habe ich an zwei Stellen noch je einen Markierungsaufkleber angebracht, damit die Wegeführung eindeutig erscheint. Am Zielort angekommen brachte ich Natalie zu ihrer Unterkunft und fuhr mit der Bahn wieder zurück nach Rhens, wo mein Auto auf mich wartete.

14.08.2020: 8. Tag Bad Salzig - St. Goar (18 km)

Letzter Tag meiner Kontrolltour auf dem Linksrheinischen Jakobsweg in dieser Woche. Noch einmal werde ich von Natalie begleitet, die ich vor ihrer Unterkunft in Bad Salzig treffe. Gleich zu Beginn holen wir uns den ersten Pilgerstempel in der bereits geöffneten Pfarrkirche St. Aegidius. Dann folgt direkt der erste Anstieg nach Weiler. Dabei stelle ich fest, dass die GPS-Daten nicht der Wegbeschreibung in meinem Buch entsprechen, und deshalb hat unser Markierungsteam die Route abweichend mit Wegezeichen versehen. Das werde ich morgen korrigieren. Ansonsten ist der Weg ausgezeichnet markiert. Da Natalie heute ein wenig müde ist, schenken wir uns den Schlenker durch Hirzenach und sparen uns dadurch rund 100 Höhenmeter nach Holzfeld. Heute begegnen uns sogar mehrere Wanderer, mit einem älteren Paar unterhalten wir uns sogar eine Weile. Es geht nun vornehmlich durch schattigen Wald. Nachdem wir das Heimbachtal durchquert haben, geht es wieder aufwärts bis zum Sender Werlau, wo sich eine tolle Schutzhütte befindet. Eine Weile war ab hier der Weg durch den Hang gesperrt, kann aber inzwischen wieder genutzt werden. Wir bleiben trotzdem auf der bisherigen Alternativstrecke, die etwas oberhalb und parallel zum Hang verläuft. Am Aussichtspunkt Pilz haben wir einen tollen Ausblick auf St. Goar und in der Ferne blitzt schon das Dach der Freilichtbühne Loreley in der Sonne auf. Wir kraxeln den Weinberg hinab und bleiben lieber an der Landstraße, anstatt einen finalen Aufstieg zur Burg Rheinfels auf uns zu nehmen. In der Touristinfo gibt es noch einen Stempel und direkt daneben hat sich Natalie für die nächsten zwei Tage eingemietet. Es ist noch etwas Zeit, bis mein Zug zurück nach Bad Salzig fährt. Die nutzten wir noch für ein Kaltgetränk und noch ein weiteres Gespräch. Die drei letzten Tage waren für uns beide eine schöne Zeit – so, wie man es auf einem Camino erlebt. Man trifft sich, läuft zusammen, redet viel und geht dann irgendwann auseinander.

20.08.2020: 9. Tag St. Goar - Bacharach (23 km)

Allmählich nähere ich mich dem Ziel des Linksrheinischen Jakobswegs in Bingen. Heute wurde ich wieder von Hans begleitet. Zu Zweit geht die Zeit einfach schneller rum als alleine. Wir haben die bereits sehr guten Markierungen noch ein wenig besser gemacht und zusätzlich ein paar Schilder angebracht. Für den Pilgerführer vom Outdoor - Conrad Stein Verlag ergaben sich einige redaktionelle Anpassungen, damit die Beschreibung des Weges noch deutlicher wird. An zwei Stellen wurde der RheinBurgenWeg umgelegt und da mussten wir mitziehen. Hans hatte da mit Ferdi in den letzten Wochen gute Vorarbeit geleistet. Ich muss nun lediglich die GPS-Daten ändern und die entsprechenden Passagen neu beschreiben. Diese werden dann auch in den Updates zum Buch erscheinen. Ansonsten hat das Wetter gepasst, durch unseren frühen Start um 7:30 Uhr konnten wir vor der größten Hitze schon in Bacharach eintrudeln. Auch die Stempelstellen in den Tourist-Infos in Oberwesel und Bacharach waren unsere Anlaufstellen, wo wir ohne Probleme unsere Stempel bekamen. Morgen geht es weiter nach Trechtingshausen.

21.08.2020: 10. Tag Bacharach - Trechtingshausen (21 km)

Vorletzte Etappe auf dem Linksrheinischen Jakobsweg. Wieder fahren Hans und ich recht früh zum Startort Bacharach. Auf dem Weg zur evangelischen Kirche hinterlegte ich noch einen Stapel Flyer vom Camino bei der Tourist-Information. Seit gestern gibt es übrigens auch die Rucksackaufnäher für diesen Weg. Dann geht es los - wie gestern erst einmal Treppen steigen zur Werner-Kapelle und noch weiter. Wir mussten nur sehr wenige Markierungen ergänzen, aber für den Pilgerführer konnte ich wieder einiges notieren, wovon zwei wesentliche Abschnitte in die Updates zum Buch aufgenommen werden müssen. In Oberdiebach werden wir von einem Herrn angesprochen, der hier in Naturschutzprojekte eingebunden ist. Das wäre eine gute Verbindung zum Projekt Artenschutz an Pilgerweg von Carl Jung. Wir werden wohl bald von einander hören. Anstrengend wurde der Aufstieg zum Aussichtsturm Siebenburgenblick, hier werden wir zu dem schwierigen Stück eine einfachere Variante anbieten, die dann aber nicht markiert werden kann. Weiter ging es aufwärts zu den Kölsche Wiesen - ab da verläuft der Jakobsweg den Berg hinunter nach Trechtingshausen, wo die Etappe an der Clemens-Kirche endete. Leider konnten wir nicht im gewünschten Gasthaus zum Abschluss etwas Kühles trinken, da noch geschlossen war. Wir verlegten das halt nach Bacharach, zum Glück bekamen wir noch den nächsten Zug. In Bacharach trafen wir noch zwei Jakobspilger, die in Koblenz gestartet waren und mit der Markierung sehr zufrieden waren. Demnächst werden wir noch die letzte Etappe bis Bingen belaufen, dann wäre der Linksrheinische Jakobsweg für dieses Jahr in vollen Umfang kontrolliert.

03.10.2020: 11. Tag Trechtingshausen - Bingen (12 km)

Nach der Pilgerrüstzeit mit der evangelischen Militärseelsorge im Spessart in der vergangenen Woche war ich gut im Tritt und nahm mir unmittelbar danach das noch fehlende Stückchen vom Linksrheinischen Jakobsweg vor. Mit dabei im Rucksack war die Markierungsausrüstung, aber bis auf ein paar wenige Aufkleber in der Binger Innenstadt hatte ich mit der Wegmarkierung so gut wie keine Arbeit. Schade, dass das Wetter heute nicht so dolle war, aber wenigstens gab es bis auf zwei kurze Phasen keinen Niederschlag - und da war ich durch ein noch dichtes Blätterdach gut beschirmt. Da die letzte Etappe von der Wegführung zu Teilen noch sehr jung ist, existierte bisher nur eine grobe Streckenbeschreibung, die ich heute auf Stand bringen wollte. So musste ich mir zwischendurch immer wieder Notizen machen, die ich mit insgesamt achtzig Fotos auch bildlich ergänzte. Das macht mir das Schreiben nach Abschluss der Etappe um einiges einfacher. Da lediglich 12 Kilometer zu absolvieren waren, ging die Zeit rasch rum und ehe ich mich versah, war ich schon mitten in Bingen. Die Basilika St. Martin war leider noch geschlossen und an einen Pilgerstempel war am heutigen Feiertag auch nicht zu denken. Dafür fand ich am Ende des Linksrheinischen Jakobsweges einen sogenannten Rheinhessen-Stein. Solche Steine werden hübsch angemalt, sind kleine Kunstwerke und werden irgendwo hinterlegt, um wieder gefunden zu werden. Fazit des Tages: Die Markierung des Linksrheinischen Jakobsweges wurde in diesem Jahr kontrolliert und ergänzt, die Wegbeschreibungen und Updates zum Pilgerwanderführer sind auch auf Stand. Ab 12. Oktober geht es auf den nächsten heimischen Jakobsweg. Dann muss die Wegbeschreibung und die Infrastruktur für die neue Auflage des Buches über den Eifel-Camino von Namedy nach Trier auf Stand gebracht werden. Die Unterkünfte sind alle gebucht, hoffentlich spielt das Wetter mit.