Von Koblenz nach Rhens (27. September 2015)

Zum Ende des Sommers haben wir vom Kompetenz-Team Linksrheinischer Jakobsweg zum nunmehr 8. Pilgertag auf dem selbigen eingeladen. Als Ausgangspunkt sollte das Domizil des Koblenzer Pilgerforums, die City-Kirche am Jesuitenplatz, dienen. Um 9.00 Uhr nehmen wir am Gottesdienst teil, der heute durch große Pilgerschar sehr gut besucht ist. Martin Königsstein von den Arnsteiner Patres feiert zusammen mit einem Ordensbruder sowie Diakon Wolfgang Dröschel aus Nachtsheim mit uns eine wunderschöne Messe mit abschließendem Pilgersegen für den heutigen Tag. Nach einem gemeinsamen Foto vor dem Altar macht sich die Gruppe auf den Weg über die Jakobuskapelle und die Basilika St. Kastor in Richtung Rhein. Neben der Basilika weist Regionalgruppensprecher Franz Blaeser auf eine noch freie Fläche an der Mauer zum Blumenhof, die nach unseren Vorstellungen mit einer Reliefplatte mit Jakobusbezug versehen werden soll. Bis zur Umsetzung sind aber wohl noch einige bürokratische Hürden zu nehmen.

Bei strahlend blauem Himmel schwenken wir an der Talstation der Koblenzer Seilbahn in Richtung Süden und marschieren unmittelbar am Rhein entlang. An der ersten Sitzgruppe wird bereits der erste Halt eingelegt, da es einigen zu warm wird. Jacken und Pullis verschwinden zwar rasch in den Rucksäcken, doch es dauert eine Weile, bis auch die letzten sich wieder in Bewegung setzen. Es geht entlang dem Seitenarm des Rheins, vorbei am Schwanenteich und an der Sporthalle Oberwerth durch eine Unterführung an die B 9, die vorsichtig überquert wird. Nun erwartet uns einer von drei Anstiegen, hinauf zum Aussichtspunkt Rittersturz, wo eine Gedenkstätte der Rittersturz-Konferenz eingerichtet ist. Im damaligen Hotel Rittersturz wurden in der Nachkriegszeit die Grundlagen für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gelegt. Hier oben ist ein erster Impuls vorgesehen, für den Wolfgang Dröschel verantwortlich zeichnet. Danach führt uns der Weg durch den Koblenzer Stadtwald - zum Teil an der Hangkante entlang - zum Dommelsberg mit einer erneuten wunderschönen Aussicht auf Koblenz im Norden und Lahnmündung bei Lahnstein im Süden. Hier ist unsere Mittagsrast vorgesehen und alle machen sich über die mitgebrachten Snacks her.

Die Stärkung tut auch gut, denn nun wartet der nächste heftige Anstieg auf den berüchtigten Hasenberg. Es geht hier circa einen Kilometer steil aufwärts, und einige beginnen leicht zu schnaufen. Die Gruppe zieht sich ziemlich weit auseinander, doch oben warten die etwas schnelleren, bis alle da sind. Wir laufen jetzt oberhalb von Schloss Stolzenfels und treffen auf die nächste Steigung. Einige wundern sich über die unterschiedlichen Muschelwegweiser. Eine kurze Erläuterung bringt Licht ins Dunkle: wir befinden uns auf einer Passage, die sowohl vom Linksrheinischen Jakobsweg als auch vom Mosel-Camino genutzt wird. Doch lange dauert das vertraute Miteinander der beiden Routen nicht, denn an einer großen Kreuzung weist ein Schild auf der Rückseite eines Insektenhotels auf die Wegetrennung hin. Geradeaus führt der Pilgerweg nach Trier, links nach Bingen. Wir nutzen diesen besonderen Ort zu einem weiteren Impuls, bevor es danach fast nur noch abwärts geht. Der beschwerlichste Teil der heutigen Etappe ist geschafft.

Nächste Station - diesmal eine Sehenswürdigkeit - ist der Königsstuhl hoch über Rhens. Ursprünglich stand die historische Stätte unten am Rhein, wurde aber nach dem Verfall etwas oberhalb der Stadt rekonstruiert. Am Königsstuhl wurden einige deutsche Könige durch die vier rheinischen Kurfürsten erwählt. Nach einem kurzen Aufenthalt mit Genuss des Blickes auf den Rhein, nach Braubach und die Marksburg können die letzten Schritte zurückgelegt werden. Unser Ziel ist die Dionysius-Kirche auf dem Friedhofsgelände, in der wir unter den Augen einer Jakobus-Statue eine Dankandacht halten. Zum Abschluss gibt es noch den Pilgerstempel von Rhens. Mary Schneider, die leider selbst nicht mitpilgern konnte, lädt zu einem Gläschen Wein ein. Wir stoßen gemeinsam auf den schönen und erlebnisreichen Pilgertag an und freuen uns auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.