Von Wesseling nach Bonn (4. Mai 2014)

Heute steht der zweite Pilgertag auf dem Linksrheinischen Jakobsweg von Wesseling nach Bonn an, organisiert von unserer Regionalgruppe Mittelrhein der St. Jakobus-Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland. Wir haben im Vorfeld der Veranstaltung im Köln-Bonner Raum die örtliche Presse mit eingebunden und engen Kontakt zur neu gegründeten Jakobusgesellschaft Wesseling gehabt. Dies führte sogar dazu, dass in der Rhein-Sieg-Zeitung ein Interview mit mir erschienen ist. Die Öffentlichkeitsarbeit hat dazu geführt, dass sich rund vierzig Pilger vor der Wesselinger Pfarrkirche St. Germanus eingetroffen haben, darunter auch eine bisherige Internetbekannstchaft. Zunächst steht die Teilnahme am Gottesdienst um 9.30 Uhr an, der als Dankfeier der Kommunionskinder ausgerichtet ist. Wir werden zu Beginn von Pfarrer Markus Polders herzlich begrüßt und er bindet den Jakobsweg mit seinen Symbolen in die Messe ein. Ein Junge mit einer Shell-Muschel auf der Trainingsjacke darf der Gemeinde unser Banner vorführen und schließlich holt der Pfarrer noch seine eigene Muschel hervor. Den Schluss- und Pilgersegen empfängt unsere Gruppe gemeinsam mit den Kommunionkinder in einem Halbkreis rund um den Altar. Einen schöneren Beginn des Pilgertages kann man sich nicht vorstellen.

Nach dem Gottesdienst versammeln wir uns auf dem Kirchplatz zu einem Phototermin, während der Regionalgruppensprecher Franz Blaeser eine kurze Ansprache hält. Es folgen noch Grußworte des Bürgermeisters Hans-Peter Haupt und des Initiators der Wesselinger Jakobusgesellschaft, Guido Lenssen. Letzterem wird noch eine bronzene Jakobsmuschel als Dank für die Unterstützung vor Ort überreicht. Und dann geht es endlich los. Zunächst marschieren wir rund sechs Kilometer am Rhein entlang bis zu unserer ersten Station in Widdig. Am Ortseingang werden wir von Konrad Velten, dem Ortsvorsteher, in Empfang genommen. Er hat dort unseren Flyer vom Linksrheinischen Jakobsweg an einem Wegweiser mit unserer Jakobsmuschelmarkierung angebracht. Im Rahmen der Vorbereitung habe ich mit ihm hin und wieder telefoniert, den Ablauf und den Pilgerstempel für Widdig abgestimmt. An der St. Georg-Kirche hat er mit seinen Helfern Tische und Bänke für die Mittagspause aufgestellt und Getränke spendiert. Zunächst trägt jedoch Michael Kaiser, der Vizepräsident unserer Gesellschaft, einen besinnlichen Text vor und überlässt dann Diakon Hubert Ganser das Wort. Bevor er mit der Pilgergemeinde betet und singt, erläutert er kurz die Geschichte der Kirche. Während sich die meisten mit ihrer Rucksackverpflegung stärken, überreichen wir unter Beteiligung der Presse feierlich den neuen Pilgerstempel für Widdig. Diakon Ganser lässt es sich nicht nehmen, den Pilgern den neuen Stempel und das Pfarrsiegel in die Pilgerausweise zu drücken.

Dann heißt es für die Pilgergruppe, sich wieder auf den Weg zu machen. Beim Verlassen des Kirchenareals entdecken wir noch ein Hinweisschild auf die heutige Wanderung. Zunächst geht es mitten durch Widdig, und bevor wir über eine Treppe zum Rhein gelangen, überreichen wir noch einen zweiten Pilgerstempel in den Rheinterrassen. Unser nächstes Ziel ist Hersel, nur zwei Kilometer entfernt. Auch hier haben wir die Möglichkeit, einen kurzen Stopp in der Pfarrkirche St. Aegidius zu machen. Hier übernimmt Christoph Kühn, Kunsthistoriker aus Köln, die Erläuterung des Gotteshauses. In unmittelbarer Nähe der Kirche befinden sich noch die alte Aegidiuskirche (in den 70er-Jahren des vergangene Jahrhunderts zum Pfarrsaal umgebaut und heute genutzt von der angrenzenden Ursulinenschule) sowie die Kapelle des Ursulinenklosters.

Unser nächstes Ziel ist St. Margareta in Graurheindorf, wo uns Christoph erneut einiges zur Baugeschichte zu erzählen hat. Extra für uns hat der Küster die Jakobusstatue der Kirche von ihrem angestammten Platz im hinteren Bereich abgenommen und auf einem Seitenaltar platziert. Nach einem spirituellen Impuls habe ich die Ehre, Jakobus mittels einer Leiter wieder auf seinen erhöhten Stammplatz zurück zu stellen. Wir sind alle sehr dankbar, was heute für uns bewegt wird. Hier sind wir auf Menschen getroffen, die sich gerne für andere einsetzen und es ihnen wohltun möchten. Leider findet man das heute nur noch sehr selten. Inzwischen ist fünfzehn Uhr und wir müssen uns auf den letzten Abschnitt nach Bonn machen. Der Weg führt uns überwiegend wieder am Rhein entlang und es werden zahlreiche gute Gespräche geführt. Eine gute Stunde später treffen wir in Bonn ein. Auf dem Münsterplatz findet heute ein Markt statt, durch wir uns erst ein Weg bahnen müssen. Es dauert eine Weile, bis auch die letzten Mitpilger vor dem Münster stehen. Christoph erzählt noch ein wenig über die Kirche und Michael gibt allen noch einen abschließenden Impuls mit auf den Heimweg. Ein gemeinsames Lied und eine kurze Meditation beenden den Pilgertag, der anscheinend allen sehr gut gefallen hat. Einige verabschieden sich nun, während die meisten noch mit der Straßenbahn zurück nach Wesseling fahren, wo die Autos warten.