Mit Verspätung zurück ins normale Leben

Samstag, 24. Juni 2017: Von Santiago de Compostela nach Koblenz

Für heute habe ich mir nicht allzu viel vorgenommen. Ich treffe mich mit Peter um 7:45 Uhr vor der Kathedrale und wir nehmen am deutschsprachigen Gottesdienst teil. Diesen hält wie im vergangenen Jahr, Pfarrer Wolfgang Gramer aus Bietigheim-Bissingen. Er spricht heute über Johannes den Täufer und spendet allen, die Santiago verlassen, einen persönlichen Segen. Der Gottesdienst ist sehr emotional und stellt für mich neben dem Abschied auch die Vorfreude auf zuhause, die Familie, dar. Eine schöne Zeit ist nun zu Ende und es gilt wieder den Schritt in den Alltag zu machen.

Nach der Messe gehe ich mit Peter ins San Martín frühstücken und bin ihm bei der Planung seiner Reise nach Fisterra behilflich. Den Rest des Tages verbringe ich in der Stadt und treffe noch einige Wegbegleiter der letzten Tage. Auch Ben erreicht schließlich im Laufe des Morgens Santiago. Es freut mich, ihn doch noch einmal zu sehen, um mich jetzt tatsächlich letztmalig von ihm zu verabschieden. Wir hatten eine schöne Zeit miteinander und werden in Verbindung bleiben.

Nach einem Bummel über den Markt - nach „meinem“ Pulpo-Koch suche ich jedoch vergebens - fehlt mir noch meine diesjährige Pilgermuschel. Ich treffe noch einmal Jürgen mit einigen seiner Weggefährten und finde in der Auslage einer privaten Herberge „meine“ Pilgermuschel.  Gegen 13:30 Uhr treffe ich mich mit Jürgen vor dem Seminario Menor. Wir fahren mit dem Taxi zum Flughafen, wo gegen 16:00 Uhr unser Flieger nach Hause starten soll. Am Abend kann ich dann meine Lieben in die Arme nehmen. Doch es kommt zunächst wieder einmal anders als geplant. Wir kommen erst rund 2:30 Stunden später von Santiago weg, da unser Flugzeug mit deutlicher Verspätung aus Palma kommend landet. Wir vertreiben uns die Zeit mit einer spontanen Gesprächsrunde mit anderen Pilgern aus Trier und dem Siegerland. Außerdem ist auch Nathalia aus Koblenz dabei, die Jürgen und ich aus unserem Pilgerforum kennen und die den Camino Frances ab Bilbao per Fahrrad bewältigt hat. Gegen 21:00 Uhr landen wir endlich auf dem Flughafen Hahn, wo ich von meiner Frau Susanne abgeholt werde.