19 - 10 - 2017

Von Stadtoldendorf nach Kloster Amelungsborn und über Mainz nach Koblenz (16. Mai 2014)

Unmittelbar nach dem Frühstück brechen wir auf zu den letzten Kilometern der diesjährigen Pilgerrüstzeit. Jörg und ich gehen schon voraus, um beim Gemeindebüro den Pilgerstempel zu holen. Dort wird uns freundlicherweise der Schlüssel für die evangelische Kirche angeboten, den wir gerne entgegennehmen. Inzwischen trifft auch der Rest der Gruppe ein und wir versammeln uns zu einem Lied im bunt ausgemalten Chorraum. Alexander trägt zudem aus der dort aufgeschlagen liegenden Bibel vor.

Von Silberborn nach Stadtoldendorf (15. Mai 2014)

Die Morgenandacht führen wir unmittelbar vor dem Frühstück durch, danach heißt es einpacken und loslaufen. Zunächst geht es ans Ende von Silberborn. An einem großen Holzkreuz mit Pilgerstab biegen wir nach links ab in ein Waldstück. Schon bald führen Holzstege nach links in ein Naturschutzgebiet, das Hochmoor Mecklenbruch. Von einem Aussichtsturm haben wir einen guten Überblick auf große Teile des Gebietes. Hinweistafeln erläutern das hochsensible Ökosystem des Moores, aus Baumstümpfen hat man Tierskulpturen gefertigt. Es geht weiter auf einem breiten Weg durch ein langgezogenes Waldgebiet. Unterhalb der Anhöhe Vogelherd erreichen wir den höchsten Punkt des Pilgerweges Loccum-Volkenroda, dargestellt durch die Inschrift auf einer Steintafel rechter Hand. Ab diesem Punkt beginnt eine Stunde des Schweigens, in der wir unsere Sinne öffnen und in uns hineinhören sollen.

Von Eschershausen nach Silberborn (14. Mai 2014)   

Nach dem großzügigen Frühstück im Frühstücksraum im Nachbargebäude heißt es wie jeden Morgen, das Gepäck in das Begleitfahrzeug zu verstauen. Ich behalte allerdings, auch wie immer, meinen Rucksack auf dem Rücken. In diesem Jahr erlaube ich mir jedoch den Luxus, aufgrund der Witterung eine zusätzliche Tasche mit dabei zu haben. Die Morgenandacht gestaltet heute Ines auf der Holzterrasse, danach marschieren wir körperlich und geistig gestärkt und mit einem Tagesspruch aus der Pilgerapotheke los, zunächst durch Eschershausen. Wir folgen schließlich einem asphaltierten Weg in die Höhe und gelangen über ein kurzes Wiesenstück auf einen Weg entlang des Waldrandes. Es geht weiter aufwärts auf weichem Untergrund, bis wir auf dem 446 m hohen Strutberg auf den Sollingturm stoßen. Hier machen wir eine erste kurze Pause, erklimmen die zum Teil schmalen Stufen im Inneren des circa 30 Meter hohen Turmes. Der wurde von 1934 bis 1935 als Hitlerturm aus Stein errichtet und sollte als Anreiz für Touristen herhalten. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderschönen Ausblick, und das Wetter lässt einen solchen sogar zu. Allerdings pfeift mir der Wind ganz schön um die Ohren und so mache ich mich bald wieder an den Abstieg..

Von Kloster Bursfelde nach Eschershausen (13. Mai 2014)

Schon sehr früh regen sich die ersten Mitpilger in ihren Zellen, ich finde jedoch noch das ein oder andere Mal wieder in einen leichten Schlaf. Schließlich wird es doch Zeit, aufzustehen, sich frisch zu machen und das Gepäck schon einmal einigermaßen zu ordnen. Wer möchte, und das sind eigentlich alle, kann um 8:00 Uhr am Morgengebet mit Abendmahl teilnehmen. Für den in der Kirche ausliegenden Pilgerstempel habe ich den Stapel Pilgerausweise direkt mitgenommen. Nach dem morgendlichen Impuls feiern wir das Abendmahl in einem großen Kreis um den Altar. Dabei kann jeder den Namen von Menschen nennen, offen oder in Gedanken, die ihm nahe stehen und die Fürsprache Gottes benötigen. Nach dem reichhaltigen Frühstück in der Klostermühle heißt es einpacken, Rucksack schultern und der Pilgerherberge den Rücken zeigen.

Von Koblenz über Mainz zum Kloster Bursfelde (12. Mai 2014)

Mitte März trudelte die Einladung zur diesjährigen Pilgerrüstzeit der evangelischen Militärseelsorge in meinem elektronischen Briefkasten ein. In diesem Jahr sollte vom Kloster Bursfelde zum Kloster Amelungsborn auf dem Pilgerweg Loccum - Volkenroda unter dem Motto „Da wird weit werden deine Grenze“ gepilgert werden. Am Anfang des Wegs befindet sich das ehemalige, 1131 gegründete Zisterzienserkloster Volkenroda in Thüringen. Von dort aus wurde 1163 das Kloster Loccum in der Nähe des Steinhuder Meeres errichtet, das den Endpunkt darstellt. Der Pilgerweg wurde 2004/2005 durch die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover zur Erinnerung an die Beziehung zwischen den beiden Klöstern eingerichtet. Ganz besonders erfreut war ich über die Teilnahme von solchen Kameraden, die schon seit einigen Jahren mit dabei sind. Dieses Mal wird unsere Gruppe mit einigen Teilnehmern aus dem Standort Seedorf begleitet. Auch meinen Pilgerfreund Jörg, mit dem ich auf dem Jakobsweg nach Spanien unterwegs bin, werde ich wieder treffen. In diesem Jahr wollten wir unseren Weg durch Frankreich nicht fortsetzen, sondern erst 2015 ab Vézelay weiterlaufen.