19 - 10 - 2017

Von Rhens nach Bad Salzig (13. März 2016)

Nachdem wir gestern in der Koblenzer City-Kirche einen sehr emotionalen Aussendegottesdienst mit rund einhundert Teilnehmern aus nah und fern gefeiert haben, steht heute der 9. Pilgertag der Regionalgruppe Mittelrhein der St. Jakobus-Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland an, den ich federführend vorbereitet habe. Mein Sohn Christian fährt mich nach dem Frühstück zum Startort Rhens, wo sich bereits einige Pilger in froher Erwartung vor der katholischen Pfarrkirche St. Theresia eingefunden haben. Die Begrüßung untereinander fällt wie immer sehr herzlich aus. Nach und nach treffen immer mehr Mitpilger ein und wir begeben uns in die Kirche, wo wir am Gottesdienst teilnehmen werden. Mit unserer rund fünfzig Personen umfassenden Pilgergruppe ist die Rhenser Kirche heute sehr gut besucht.

Von Koblenz nach Rhens (27. September 2015)

Zum Ende des Sommers haben wir vom Kompetenz-Team Linksrheinischer Jakobsweg zum nunmehr 8. Pilgertag auf dem selbigen eingeladen. Als Ausgangspunkt sollte das Domizil des Koblenzer Pilgerforums, die City-Kirche am Jesuitenplatz, dienen. Um 9.00 Uhr nehmen wir am Gottesdienst teil, der heute durch große Pilgerschar sehr gut besucht ist. Martin Königsstein von den Arnsteiner Patres feiert zusammen mit einem Ordensbruder sowie Diakon Wolfgang Dröschel aus Nachtsheim mit uns eine wunderschöne Messe mit abschließendem Pilgersegen für den heutigen Tag. Nach einem gemeinsamen Foto vor dem Altar macht sich die Gruppe auf den Weg über die Jakobuskapelle und die Basilika St. Kastor in Richtung Rhein. Neben der Basilika weist Regionalgruppensprecher Franz Blaeser auf eine noch freie Fläche an der Mauer zum Blumenhof, die nach unseren Vorstellungen mit einer Reliefplatte mit Jakobusbezug versehen werden soll. Bis zur Umsetzung sind aber wohl noch einige bürokratische Hürden zu nehmen.

Von Brohl-Lützing nach Miesenheim  (18. Mai 2015)

Zunächst blicke ich zurück auf die Vorgeschichte dieses Tages. Im vergangenen Jahr bekam ich einen Anruf von Jessica Häbel, die mir von dem Projekt einer Benefizpilgerwanderung der Lost Voices Stiftung auf dem Linksrheinischen Jakobsweg erzählte und um Unterstützung bat. Im Zeitraum 12. - 30. Mai 2015 sollte es Ziel sein, die relativ unbekannte und unheilbare neuroimmunologische Krankheit Myalgische Enzephalomyelitis (ME) / Chronic Fatigue Syndrom (CFS) in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen und Spenden für die Erforschung an der Berliner Charité zu sammeln. Bei der Aktion sollte von den beteiligten Etappenpilgern ein Buch mit Betroffenenberichten weitergegeben und wie ein Staffelholz transportiert werden. Spontan sagte ich Hilfe zu und trug einiges zur Etappenplanung bei. Schließlich kam Anfang April ein Hilferuf, da noch einige Etappen nicht besetzt waren. Ich reservierte mir den Abschnitt von Brohl-Lützing nach Andernach, den ich noch als Lücke in meinem zweiten Durchgang auf dem Linksrheinischen Jakobsweg hatte, Darüber hinaus konnte ich weitere Pilgerfreunde aus unserem Koblenzer Pilgerforum für noch offene Wegstrecken gewinnen.

Von Miesenheim nach Koblenz  (19. April 2015)

Ich schlendere gemütlich bei  noch frischen Temperaturen aus dem Haus, es fröstelt mich und ich entscheide mich doch, meine dünne Jacke überzuziehen. Die Straßen sind noch leer an diesem Sonntagmorgen und gerade geht die Sonne am Horizont auf. Mein Weg führt zunächst zum Koblenzer Hauptbahnhof, wo bereits einige Pilger auf den Zug nach Miesenheim warten. Der hat heute zehn Minuten Verspätung. Ich kann mich an einem Gruppenticket beteiligen, das Ursula und Sigrid aus meinem Laufverein gelöst haben. Für heute haben wir den 7. Pilgertag auf dem Linkshreinischen Jakosbsweg vorbereit, der uns von der katholischen Pfarrkirche St. Kastor in Miesenheim bis zur Basilika St. Kastor nach Koblenz führen wird. Es erwartet uns ein umfangreiches Programm an den verschiedensten Orten.

Von Remagen nach Brohl-Lützing (12. Oktober 2014)

Unsere Regionalgruppe Mittelrhein der St. Jakobus-Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland hat für heute zum 5. Pilgertag auf dem Linksrheinischen Jakobsweg eingeladen. Ich treffe mich mit Rudi, Michael und Robert am Koblenzer Hauptbahnhof, von wo aus wir mit der Bahn zum Startort Remagen fahren. Mir macht seit einiger Zeit meine rechte Schulter einige Probleme, und so kommt es mir gelegen, dass Robert mir eine Reiki-Behandlung anbietet. Obwohl er eigentlich eine normal temperierte Hand hat, macht sich eine angenehme Wärme in der Schulter breit. Nur zwanzig Minuten später erreichen wir Remagen und laufen noch zwei Ecken weiter bis zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul. Dort werden wir bereits von einigen Mitpilgern erwartet. Kurz darauf treffen auch unsere Pilgerfreunde aus dem Köln-Bonner Raum ein und wir begeben uns in den älteren Teil der Kirche aus dem 13. Jahrhundert, in dem sich auch ein Fresko des Jakobus aus dieser Zeit befindet. Die ehemalige Gemeindereferentin Luzia Waszewski hat es uns ermöglicht, um die frühe Morgenzeit bereits Zutritt zu der Kirche zu bekommen. Nach einem Impuls von Michael erteilt uns Diakon Wolfgang Dröschel aus Nachtsheim noch den Pilgersegen und dann geht es los.

Von Bonn nach Niederbachem (13. Juli 2014)

Unser nächster Pilgertag auf dem Linksrheinischen Jakobsweg steht an. Heute soll es vom Bonner Münster bis nach Niederbachem gehen. Unsere Koblenzer Gruppe trifft sich zunächst am Hauptbahnhof und fährt mit der Bahn in die ehemalige Hauptstadt. Unterwegs gesellen sich in Andernach noch weitere Pilger dazu. Vom Bonner Bahnhof sind es nur wenige Schritte bis zum Münsterplatz, den wir noch trockenen Fußes erreichen. Der Himmel ist trüb und mit grauen Wolken verhangen - ich bin gespannt was uns da noch erwartet. Vor dem Portal des Münsters warten schon einige Leute, die unschwer als Pilger zu erkennen sind, dabei auch einige uns bereits bekannte Gesichter von den ersten beiden Veranstaltungen. Unser erster Programmpunkt wird um 9.00 Uhr die Teilnahme am Gottesdienst im Münster sein, das wir nun betreten. Die Bänke sind noch spärlich besetzt, trotzdem sorgt unsere knapp 40-köpfige Gruppe für Aufsehen. Schließlich beginnt der Gottesdienst und wir sind schon beinahe enttäuscht, dass wir trotz vorheriger Ankündigung nicht begrüßt werden. Dafür spendet uns der zelebrierende Geistliche zum Abschluss den Pilgersegen und wünscht uns einen guten Weg.

Von Wesseling nach Bonn (4. Mai 2014)

Heute steht der zweite Pilgertag auf dem Linksrheinischen Jakobsweg von Wesseling nach Bonn an, organisiert von unserer Regionalgruppe Mittelrhein der St. Jakobus-Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland. Wir haben im Vorfeld der Veranstaltung im Köln-Bonner Raum die örtliche Presse mit eingebunden und engen Kontakt zur neu gegründeten Jakobusgesellschaft Wesseling gehabt. Dies führte sogar dazu, dass in der Rhein-Sieg-Zeitung ein Interview mit mir erschienen ist. Die Öffentlichkeitsarbeit hat dazu geführt, dass sich rund vierzig Pilger vor der Wesselinger Pfarrkirche St. Germanus eingetroffen haben, darunter auch eine bisherige Internetbekannstchaft. Zunächst steht die Teilnahme am Gottesdienst um 9.30 Uhr an, der als Dankfeier der Kommunionskinder ausgerichtet ist. Wir werden zu Beginn von Pfarrer Markus Polders herzlich begrüßt und er bindet den Jakobsweg mit seinen Symbolen in die Messe ein. Ein Junge mit einer Shell-Muschel auf der Trainingsjacke darf der Gemeinde unser Banner vorführen und schließlich holt der Pfarrer noch seine eigene Muschel hervor. Den Schluss- und Pilgersegen empfängt unsere Gruppe gemeinsam mit den Kommunionkinder in einem Halbkreis rund um den Altar. Einen schöneren Beginn des Pilgertages kann man sich nicht vorstellen.

Von Bacharach nach Bingen (14. Oktober 2013)

Der von unserer Projektgruppe selbst festgelegte Redaktionsschluss für den Pilgerführer des Linksrheinischen Jakobsweges rückt immer näher und ich bin die beiden letzten Etappen von Bacharach zum Gerhardshof und von dort nach Bingen immer noch nicht abgelaufen. Meine Mitautoren haben zwar schon eine grobe Beschreibung abgeliefert, jedoch möchte ich mir die Wegführung selbst anschauen, bevor ich sie beschreibe. So habe ich mir diesen Montag freigenommen, um die letzten 32 Kilometer zu absolvieren. Zunächst bringe ich unser Auto nach Lahnstein in die Werkstatt, es steht eine Inspektion mit Reifenwechsel an. Um 6:26 Uhr fährt mein Zug ab dem in der Nähe gelegenen Bahnhof über Koblenz nach Bacharach, wo ich um 7:30 Uhr bei völliger Dunkelheit aussteige.

Von St. Goar nach Bacharach (6. September 2013)

Allmählich neigt sich meine Wanderung auf dem Linksrheinischen Jakobsweg dem Ende zu. Es sind nur noch drei Tagesetappen, die ich allerdings an zwei Tagen schaffen möchte. Auch heute fahre ich unmittelbar nach dem Dienst zum Start nach St. Goar. Auf einem Parkplatz in der Nähe der Rheinfähre stelle ich mein Auto ab und mache mich auf den Weg zur Stiftskirche und zum Bahnhof. Dahinter gehe ich durch eine Unterführung und sehe den ersten Anstieg mit zahlreichen Treppenstufen vor mir. Ich passiere ein Hinweisschild zu einem Natur- und Erlebnispfad und einen Turm mit Verlies aus früheren Tagen. Über einen schmalen Pfad mit Stahlgeländer gelange ich zur Kretsch-Hütte mit einer völlig neuen Perspektive von St. Goar. Auf der anderen Rheinseite lacht mir die Schwesterstadt St. Goarshausen mit der Burg Katz entgegen.

Von Bad Salzig nach St. Goar (30. August 2013)

Meine Erkundungstour auf dem Linksrheinischen Jakobsweg geht heute weiter. Nach dem Dienst fahre ich direkt nach Bad Salzig und suche mir in der Nähe des Bahnhofs einen Parkplatz für mein Auto. Es liegen einige steile Anstiege bis zum heutigen Ziel St. Goar vor mir. Bevor ich an der St. Ägidius-Kirche starte, entzünde ich darin an der Pieta eine Kerze. Dann gehe ich entlang der Römerstraße bis zum Quellpavillon, wo ich auf den markierten Weg treffe. Dieser schlängelt sich auf der anderen Straßenseite am Hang aufwärts zum Rand des Kurparks. Ich gehe unterhalb des Sportplatzes auf einem Feldweg, der bald zu einem schmalen Pfad wird. Nach einem ersten leichten Anstieg erreiche ich einen Aussichtspunkt mit einer Sinnesbank und freiem Blick auf Bad Salzig.

Von Rhens nach Bad Salzig (16. August 2013)

Zum dritten Mal in dieser Woche begebe ich mich auf eine Etappe des Linksrheinischen Jakobsweges. Heute fahre ich ausnahmsweise einmal mit dem Auto zum Start in Rhens. In der Nähe der historischen Stadtmauer und dem Viehtor stelle ich das Auto ab und schon geht es los. Zunächst muss ich in die höheren Gefilden von Rhens aufsteigen - dies geschieht überwiegend über mehrere steile Treppenabschnitte. Oben angekommen, laufe ich zunächst gerade, finde aber keine Wegzeichen mehr. Also kehre ich um zur letzten Muschel und muss feststellen, dass ich den Abzweig nach links in einen Wiesenweg verpasst habe. Dieser verläuft oberhalb der Häuser und an Obstbäumen vorbei bis zur Josefskapelle. Auch dort habe ich zunächst Schwierigkeiten, den richtigen Weg zu finden, werde sogar von einem Einwohner mit Hund zurückgerufen. Wir unterhalten uns ein wenig über die Wanderwege der Region, ich erzähle über „unseren“ Jakobsweg. Schließlich gehe ich in die korrekte Richtung und passiere auf dem abwärts führenden Pfad ein großes Insektenhotel. An der nächsten Wegkreuzung muss ich mich erneut nach den Markierungen umsehen, finde sie dann aber doch.  

Von Koblenz nach Rhens (14. August 2013)

Heute ist ein besonderer Tag. Ich bin um 9 Uhr am Startpunkt der nächsten Etappe des Linksrheinischen Jakobsweges, am Deutschen Eck, mit einer Redakteurin der Trierer Bistumszeitung „Paulinus“ zu einem Interview verabredet. Sie hat meine Website gesehen und war der Meinung, dass ich der Richtige für ein Portrait in der Zeitung wäre. Wegen eines Staus auf der Autobahn erscheint sie etwas später am Treffpunkt. Ich nutze die Zeit und schnitze ein wenig an meinem Pilgerstab. Wir unterhalten uns sehr nett und ich gebe gerne Antworten auf ihre gut vorbereiteten Fragen. Dabei schweife ich manchmal in sehr kleine Details ab und erzähle über meine Aktivitäten im Internet, meine Pilgerwanderungen im In- und Ausland sowie den Linksrheinischen Jakobsweg. Nach fast neunzig kurzweiligen Minuten auf den Stufen des Kaiser-Wilhelm-Denkmals hat die junge Frau einige Seiten mit Notizen beschrieben. Sie macht am ersten Muschelwegweiser in den Rheinanlagen ein paar Photos, danach verabschieden wir uns voneinander: sie besucht noch eine Studienfreundin, ich starte meinen Pilgertag in Richtung Rhens.

Von Andernach nach Koblenz (12. August 2013)

Ich gehe in meine zweite Urlaubswoche in den Sommerferien. Meine Frau muss an drei Tagen arbeiten, mein Sohn besucht einen Kurs für den Übungsleiterschein, ich gehe pilgern. Der Linksrheinische Jakobsweg erwartet mich dreimal in dieser Woche. Heute steht die längste Etappe an, die vor dem Mariendom in Andernach, am Pilgerstein des Eifel-Caminos, beginnt. Bevor es richtig losgeht, hole ich mir im Pfarramt gegenüber einen Stempel für den Pilgerausweis. Die Pfarrsekretärin möchte mir einen Flyer für den Weg in die Hand drücken, doch ich lehne dankend ab und offenbare mich als der Verantwortliche dafür. Anschließend gehe ich durch die Breite Straße quer durch Andernach bis zum Sport- und Freizeitzentrum. Ich nutze die Unterführung der K 47 und begebe mich an das Flüsschen Nette, dem ich an Maisfeldern und dem Gut Nettehammer bis nach Miesenheim folge.

Von Sinzig nach Andernach (27. Juli 2013)

Und wiederum steht eine Etappe auf dem linksrheinischen Jakobsweg an. Meine Frau wird heute auf einem Flohmarkt versuchen, unseren Verschlag auf dem Dachboden etwas zu entleeren. So nutze ich zugleich die Gelegenheit, bereits sehr früh mit dem Zug nach Sinzig zu fahren und von dort nach Andernach zu pilgern. Diesen Abschnitt widme ich den vielen Opern des schrecklichen Zugunglücks in der Nähe von Santiago de Compostela. Ich starte vor der Stadtpfarrkirche St. Peter, die jetzt um 7.00 Uhr noch verschlossen ist. Auf dem Kirchplatz scheint gestern Abend ein Fest gewesen zu sein. Es stehen einige Verkaufsbuden und vereinzelt Weingläser auf den Sitzgarnituren herum. Über die Treppe des Gefallenendenkmals steige ich zur Barbarossastraße hinab und gehe durch den  Lunapark. Ich komme an einem Rest der  mittelalterlichen Stadtmauer heraus und habe den ersten, wenngleich leichten, Anstieg des heutigen Tages vor mir.