13 - 12 - 2017

Von Limburg nach Lahnstein (10. - 13 . Mai 2010)

Bereits im vergangenen Jahr haben die Planungen für die diesjährige Pilgerauszeit der evangelischen Militärseelsorge Koblenz begonnen. Schon früh nach der Tour von Wetzlar nach Limburg kam bei Dekan Karsten Wächter die Idee auf, in diesem Jahr den begonnenen Weg bis nach Lahnstein fortzusetzen. Zusammen mit Pfarrhelfer Holger Knieling und mir wurden die dreieinhalb Tage vorbereitet und geplant. Vor zwei Wochen haben wir uns die Örtlichkeiten noch einmal angeschaut und geeignete Rastplätze für die Mittagspausen erkundet.

Von Friedrichssegen nach Lahnstein (20. Juli 2009)

Christian und ich haben uns nun doch entschlossen, den Lahn-Camino noch in den Sommerferien zu beenden und uns den bereits erhaltenen Pilgerstempel zu verdienen. Für heute haben wir Großes vor: zunächst marschieren wir von Friedrichssegen nach Lahnstein. Anschließend ist geplant, direkt die erste Etappe des Mosel-Camino dranzuhängen. Um 8.00 Uhr bringt uns Susanne zu der Stelle, an der wir in der vergangenen Woche den Lahn-Camino abbrechen mussten. Wir befinden uns in einem ehemaligen Erzgrubengebiet. Überall stößt man auf Zeugen der vergangenen Tage. Der Camino meint es direkt gut mit uns. Die erste Aufgabe des heutigen Tages besteht darin, aus den Niederungen des Lahntales bis auf die Lahnhöhen zu „klettern“. Zum Glück für unsere noch ungeschmeidige Muskulatur, dass der Weg nur sehr gemächlich ansteigt.

Von Bad Ems nach Friedrichssegen (14. Juli 2009)

Heute Morgen geht es etwas später los, da die beiden Pfarrämter von Bad Ems erst ab 10.00 Uhr geöffnet haben. Christian und ich nutzen die Gelegenheit, auf dem Weg in die Stadt in einem Supermarkt Getränke zu kaufen. Kurz darauf beginnt es leicht zu regnen und wir überlegen, aus den Rucksäcken unsere Regenjacken herauszunehmen. Während wir noch unentschlossen sind, hört es auch schon wieder auf. Wir erreichen nach wenigen Minuten die evangelische Martinskirche, suchen das Pfarramt auf und bitten um einen Stempel für unsere Pilgerpässe. Leider bekommen wir nur einen Adressstempel, ein Pfarrsiegel darf uns die Mitarbeiterin ohne den Pfarrer nicht herausgeben. Wir gehen weiter in die Stadt bis zum katholischen Pfarramt St. Martin. In dieser Gemeinde bin ich groß geworden und war viele Jahre Ministrant. Hier bekommen wir von der Pfarrsekretärin das schöne Siegel der Pfarrei. Auf dem Weg zur katholischen St. Martinskirche passieren wir meinen ehemaligen Kindergarten und treffen den Küster, der früher neben meinem Elternhaus gewohnt hat. Das Gotteshaus selbst ist nur spärlich beleuchtet, der Organist übt gerade auf seinem Instrument.

Von Obernhof nach Bad Ems (13. Juli 2009)

Meine beiden ersten Urlaubstage in diesen Sommerferien habe ich für den Lahn-Camino reserviert. Dieses Mal werde ich nicht alleine unterwegs sein. Mein fast zwölfjähriger Sohn Christian begleitet mich. Geplant sind die beiden letzten Teilstücke von Obernhof nach Bad Ems und von Bad Ems nach Lahnstein. Wir machen uns nach dem Frühstück auf den Weg, jeder einen vollgepackten Rucksack auf dem Rücken und mit einem Pilgerstab in der Hand. Unser Zug nach Obernhof steht schon am Koblenzer Hauptbahnhof bereit und ich versuche, unsere Tickets zu bekommen. Leider nimmt der Automat keinen 20-Euro-Schein an, und mein Kleingeld reicht gerade für Christians Fahrschein. Bis zur Abfahrt ist noch Zeit und ich verlasse den Zug noch einmal, um an einem anderen Automaten mein Glück zu versuchen, aber auch das misslingt. Zum Glück kann mir im Zug ein freundlicher Mitreisender den Schein wechseln und ich werde doch nicht zum Schwarzfahrer.

Von Diez nach Obernhof (4. Juni 2009)

Da es in den nächsten fünf Wochen schwierig wird, einen Tag frei zu bekommen, habe ich mich sehr kurzfristig entschlossen, eine weitere Etappe auf dem Lahn-Camino zu pilgern. Nachdem ich bereits bis Diez gekommen bin, soll die nächste Etappe auch dort beginnen und mich bis nach Obernhof mit dem altehrwürdigen Kloster Arnstein führen. So mache ich mich am frühen Morgen auf den Weg, beginne an der Haustüre mit kleinem Tagesgepäck auf dem Rücken. Erstmalig habe ich meinen neuen Pilgerstab dabei, den ich erst vor ein paar Tagen im Wald gefunden habe. Dass er schon so schnell zum Einsatz kommen würde, hätte ich selbst nicht gedacht. Ich überlegte sogar, ihn zu Hause zu lassen. Man glaubt aber gar nicht, welch gute Dienste einem ein solcher Stab in profiliertem Gelände leisten kann. Doch dazu später.

Von Wetzlar bis Limburg (12. - 15. Mai 2009)

Unser Militärpfarrer hatte vor einiger Zeit zu einer Pilgerrüstzeit auf dem Lahn-Camino eingeladen. Der Weg sollte in vier Tagen von Wetzlar nach Limburg führen. Den größten Teil dieser Strecke habe ich bereits im vergangenen Jahr alleine bewältigt, trotzdem möchte ich über die Tage hier berichten. Neu ist  für mich die Passage ab Villmar. Treffpunkt 14.45 Uhr in der Kaserne. Wir fahren mit unserem evangelischen Standortpfarrer, Dekan Karsten Wächter, mit einem Fahrzeug nach Wetzlar. Wir, das sind drei weitere Kameraden und ich selbst. In Wetzlar treffen wir auf der Lahninsel mit einer Gruppe aus Mainz zusammen, mit der wir gemeinsam unterwegs sein werden. Bei einer kurzen Vorstellungsrunde mit Kaffee und Keksen macht man sich untereinander bekannt. Die Mainzer Gruppe wird begleitet vom dortigen evangelischen Standortpfarrer Alexander Liermann und seinem Pfarrhelfer Jörg Bertram.

Von Weilburg nach Villmar (7. Oktober 2008)

In dieser Nacht habe ich gut geschlafen. Da ich mich heute schon früh auf den Weg begeben möchte, gehe ich kurz nach 7.00 Uhr zum Frühstück. Dieses fällt recht üppig aus: Brötchen, Brot, Wurst, Käse, Rührei, Müsli, Saft, Milch und natürlich Kaffe oder Tee. In einem Gespräch mit dem Hotelier ergibt sich, dass die Verzierungen der Möbel in meinem Zimmer doch nur rein zufällig sind. Ich behaupte aber trotzdem, dass das seit heute nicht nur der Zufall so will, sondern eine Pilgerherberge einfach so ausgestattet sein muss. Nachdem ich marschbereit bin, bezahle ich die Rechnung (Sonderpreis für Pilger in Höhe von 35 €). Ich verabschiede mich mit einem ganz herzlichen Dank und begebe mich auf die zweite Etappe des Lahn-Camino.

Von Wetzlar nach Weilburg (6. Oktober 2008)

Der Wecker geht um 5.45 Uhr, aufstehen. Heute geht es los. Ich bin dann auch mal weg für zwei Tage. Zwar nur auf dem Lahn-Camino von Wetzlar nach Lahnstein, das Ganze auch noch in einzelnen Etappen. Soviel Zeit habe ich nicht, und vor allem auch nicht so viel Urlaub. Irgendwie bin ich vor einigen Wochen auf das Thema „Jakobsweg“ gestoßen. Klar, Hape Kerkelings Buch habe ich realisiert, es bisher aber noch nicht gelesen. Irgendwann stöberte ich wohl mal im Internet und fand überraschenderweise den Lahn-Camino. Wenn schon nicht Spanien, dann eben hier, vor der Haustüre, waren meine ersten Gedanken. Anvisiert waren die Herbstferien in Rheinland-Pfalz, also Anfang Oktober. Zwei Etappen wollte ich zunächst absolvieren.