19 - 10 - 2017

Von Westhofen nach Worms (12. Mai 2011)

Wir dürfen uns heute Morgen etwas mehr Zeit lassen, da es nicht mehr sehr weit bis zu unserem Ziel ist. Nach dem Früh-stück singen wir ein Lied und machen uns auf das verbliebene Stück Weg. Zunächst folgen wir einer Landstraße in Richtung Osten, biegen dann nach rechts ab, einen Hügel hinauf. Der Weg führt uns im Zickzack durch die Weinberge. Wir überqueren eine Bundesstraße und sind rasch am nördlichen Eingang des Herrnsheimer Schlossparks. Jörg (B.) und Holger haben dort einen schönen Platz in freier Natur gefunden, wo wir unseren Gottesdienst mit Abendmahl feiern können.

Von Saulheim nach Westhofen (11. Mai 2011)

Heute erwartet uns ein langer, beschwerlicher Weg über 35 Kilometer. Wir haben uns daher entschieden, eine Stunde früher als sonst loszugehen. Um 7:00 Uhr sitzen wir bereits am Frühstückstisch. Auch hier in Saulheim ist das Angebot sehr gut. Bei der Zubereitung eines Tees aus losen Zutaten komme ich jedoch ins Stocken. Ein anderer Gast erklärt mir die Handhabung der für mich unbekannten, aber genialen Teebeutel. Nach dem Befüllen und mehrfachen Falzen des Beutels genieße ich ein schmackhaftes Getränk.

Von Gau-Algesheim nach Saulheim (10. Mai 2011)

In der Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Unser Zimmer liegt an einer Straße, und das hat sich bemerkbar gemacht. Ich bin bereits um 6:30 Uhr hellwach und kann es kaum erwarten, aufzustehen. Schließlich ist es doch an der Zeit, den Tag vorzubereiten. Ich packe den Rucksack, die gewaschenen Kleidungsstücke sind alle sehr gut getrocknet. Das Frühstück ist gut und reichhaltig. Um 9:00 Uhr stehen alle vor dem Hotel, bereit zum Abmarsch. Wir laufen zunächst am Welzbach entlang und treffen bald wieder auf den Hauptweg. Kurz darauf passieren wir eine Grillhütte, an der wir unsere Morgenandacht halten werden.

Von Bingen nach Gau-Algesheim (9. Mai 2011)

Wir treffen uns am Montagmorgen vor der Dienststelle der evangelischen Militärseelsorge Koblenz. Wir, das sind Michael und ich sowie unser Militärdekan Karsten und sein Pfarrhelfer Holger. Es ist fast 8:30 Uhr, gleich fährt uns Karsten nach Mainz zum dortigen evangelischen Militärpfarramt, Holger wird erst morgen dazukommen. Charly, einen weiteren Teilnehmer aus Koblenz, treffen wir erst in der Landeshauptstadt. Heute beginnt unsere diesjährige Pilgerauszeit. Es ist vorgesehen, auf dem Jakobsweg Rheinhessen von Bingen nach Worms zu pilgern. Der Weg ist mir bereits aus dem letzten Jahr bekannt, wir werden aber eine Alternativroute gehen.

Von Dittelsheim-Heßloch nach Worms (22. Oktober 2010)

Heute müssen wir etwas früher aufstehen, damit wir den Bus nach Dittelsheim erreichen. So sind wir auch die Ersten, die sich auf das Frühstücksbüffet stürzen wollen. Auch hier in der Jugendherberge in Worms bekommen wir eine gute Auswahl serviert. Anschließend verpacken wir unsere Sachen und bringen alles zum Auto, das wir gestern in einem Parkhaus abstellen mussten. Die mitten in der Stadt gelegene Herberge hat nur eine begrenzte Anzahl an Stellplätzen. Es war im Vorfeld nicht ganz einfach gewesen, für eine Nacht eine Unterkunft zu bekommen, dazu noch zu einem einigermaßen vertretbaren Preis. Da fehlt es hier noch deutlich an besonderen Angeboten für Pilger. Also nutzen wir die umliegenden Jugendherbergen, mit dem Nachteil, dass wir zwischen den Etappenorten mit Auto, Bahn und Bus pendeln müssen.

Von Wörrstadt nach Dittelsheim-Heßloch (21. Oktober 2010)

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück fahren wir gegen 8.30 Uhr von Bad Kreuznach nach Alzey. Dort stellen wir das Auto auf einem Park-and-Ride-Platz ab, das kostet heute nur 1,50 Euro für den Tag. Mit dem Zug fahren wir nach Wörrstadt und beginnen am Bahnhof unsere nächste Etappe. Zuerst füllen wir im nahe gelegenen Supermarkt ein paar Vorräte auf, bevor wir dem markierten Weg ins Zentrum folgen. Dabei laufen wir unter anderem am Schmiedbrunnen vorbei und gelangen in die „Pariser Straße“. Hier müssen wir vom Weg abweichen und anstatt nach rechts zunächst nach links abbiegen. Dort erreichen wir nach ein paar Minuten die evangelische und direkt daneben die katholische Pfarrkirche, beide sind natürlich verschlossen. Am katholischen Pfarrhaus befindet sich neben einem Schaukasten ein Behälter für den Pilgerstempel. Leider hat man sich hier keine Mühe gemacht und nur einen einfachen Stempel hinterlegt, bestehend aus zwei Zeilen Text.

Von Appenheim nach Wörrstadt (20. Oktober 2010)

Gegen fünf Uhr wache ich auf, kurz darauf auch meine Frau Susanne. Es plätschert laut gegen das Schlafzimmerfenster. Wir wollen heute mit unserem Sohn Christian für drei Tage auf dem Jakobsweg Rheinhessen pilgern. Richtig gutes Wetter ist nicht angekündigt und so machen wir uns schon mal Gedanken für eine Alternative. Bis wir dann aber um 7.30 Uhr unser Gepäck im Auto verstaut haben und von zu Hause losfahren, nieselt es nur noch. Wir erreichen problemlos unseren Startort Bingen und stellen in der Nähe des Bahnhofs unser Auto ab. Der Parkplatz kostet uns für den ganzen Tag nur drei Euro. Um 8.58 Uhr fährt unser Zug, der uns bis nach Gau-Algesheim bringt. Dort müssen wir eine halbe Stunde warten, bis der Bus nach Appenheim an der Haltestelle auftaucht. In Appenheim haben wir am 2. Mai dieses Jahres unser erstes Teilstück in Rheinhessen anlässlich des Pilgerfestes absolviert. Und hier steigen wir heute wieder ein.

Von Bingen nach Appenheim (2. Mai 2010)

Das Wetter sollte nicht besonders gut werden, vereinzelt Schauer mit Gewitter ist angekündigt. Trotzdem haben wir geplant, mit der ganzen Familie anlässlich des Pilgerfestes am Jakobsweg Rheinhessen ab Bingen eine kurze Etappe gemeinsam zu pilgern. So machen wir uns auch erst gegen zehn Uhr auf den Weg, es sind rund fünfundsiebzig Kilometer bis Bingen, zum Glück fast nur Autobahn. Eine gute dreiviertel Stunde später parken wir unser Auto auf einem großen Parkplatz an der Nahe. Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zur Tourist-Info. Dort besorge ich für uns drei jeweils einen Pilgerausweis, den ersten Stempel erhalten wir sofort. Leider ist der Pilgerausweis auf glänzendes Papier gedruckt und die Stempel verschmieren oder hinterlassen auf der gegenüberliegenden Seite einen spiegelverkehrten Abdruck. Bei den nächsten Stempelstellen werde ich zum Schutz ein Stück Papier dazwischen legen müssen.