13 - 12 - 2017

Von Lonnig nach Mayen (17. Juli 2015)

So allmählich nähert sich der Redaktionsschluss für den Pilgerwanderführer für den Eifel-Camino und ich muss noch einige Wegabschnitte auf ihre Begehbarkeit kontrollieren. Da ich heute einen halben Tag zur Verfügung habe, nutze ich diesen für einen der Zubringerwege, den ich erneut mit dem Fahrrad bewältigen werde. Mit dem Auto und dem Fahrrad im Kofferraum mache ich mich auf den Weg in das Dörfchen Lonnig, das in unmittelbarer Nähe zur A 48 und nur rund zwanzig Minuten von unserer Wohnung entfernt liegt. Gegenüber der Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä. finde ich einen Parkplatz. Bevor es losgeht, mache ich von der Kirche noch ein paar Bilder für das Buch. In den letzten Tagen hatte ich mich ein wenig intensiver mit der Geschichte der im 12. Jahrhundert errichteten Kirche beschäftigt und versuche, die einzelnen Bauabschnitte einzuordnen. Die heutige Kirche besteht nur noch aus dem Chor, dem Langhaus (dem ein Joch hinzugefügt wurde), dem Nordturm sowie dem untersten Geschoss des Südturmes. Leider ist der ursprüngliche Rundbau nicht mehr erhalten geblieben.

Von Fornich nach Mayen  (15. Mai 2015)

Für den heutigen Tag habe ich mir etwas völlig anderes als bisher vorgenommen. Aktuell befindet sich der Pilgerführer in der Überarbeitung für eine neue Auflage, sodass einiges an Recherche durchzuführen ist. Aufgrund wenig vorhandener Zeit habe ich mich entschlossen, die Kontrolle der Begehbarkeit der Wegbeschreibung per Fahrrad zu absolvieren. Ich werde heute also als Fahrradpilger unterwegs sein. Ich verlade schon sehr früh am Morgen gegen 7:00 Uhr mein Fahrrad ins Auto und mach mich auf den Weg zum Ausgangspunkt. Das Auto parke ich in Brohl-Lützing am Bahnhof, von dort sind es nur noch fünf Minuten bis zum Startpunkt des Eifel-Camino an der Gedenksäule für die Kapelle des ehemaligen Fischerdorfes Fornich an der Grenze der Kreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz. Kaum bin ich auf der B9, beginnt es zu regnen - genau den kann ich jetzt überhaupt nicht gebrauchen, zumal es draußen mit knapp 10 Grad recht kühl ist. Spontan ändere ich meinen Plan und fahre zunächst auf die A48 nach Kaisersesch und Monreal, wo einige Wegabschnitte neu ausgeschildert wurden.

Von Klausen nach Schweich (18. März 2012)

Nachdem ich bei den beiden Pilgerwanderungen der St.-Matthias-Bruderschaft Mayen im vergangenen Jahr nicht dabei sein konnte, habe ich mir für die inzwischen achte Etappe keinen anderen Termin in den Kalender geschrieben. Vorgesehen ist der Abschnitt von Klausen bis Schweich. Ich fahre früh am Morgen nach Klausen, denn es geht bereits um 9:00 Uhr los. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Wallfahrtskirche statte ich der erst vor wenigen Tagen eröffneten Pilgerherberge einen kurzen Besuch ab. In der Kirche treffe ich einige bekannte Gesichter, die herzlich begrüßt werden. Franz ist eifrig dabei, den zahlreichen Teilnehmern den Pilgerstempel von Klausen in den Ausweis zu drücken. Ich selbst benötige auch einen neuen Ausweis, denn mein anderer hat kein freies Stempelfeld mehr. Von unserem Pilgerforum ist heute nur Petra dabei. Mit ihr werde ich große Teile der Strecke gehen und mich mit ihr über ihre Pilgerherberge unterhalten.

Von Wittlich nach Klüsserath (24. Juli 2011)

Meine Familie fährt heute, am Vortag des Jakobusfestes, für ein paar Tage nach München. Ich nutze daher den Tag, um letzte Recherchen für den Pilgerführer des Eifel-Camino  zu erledigen. Die Wegführung von Wittlich bis nach Klausen ist nämlich noch keiner aus dem Autorenteam selbst gelaufen. Die Beschreibung dieses Abschnittes erfolgte bisher nur auf der Grundlage von Kartenmaterial. Ich muss sehr früh aufstehen, um 6.22 Uhr fährt bereits der Zug nach Wittlich. Es regnet draußen, zwar nur leicht, aber beständig. Ich entscheide mich deshalb für einen Stockschirm anstelle meines Pilgerstabes als Begleiter. So erreiche ich einigermaßen trocken den Bahnhof, wo die Regionalbahn bereits wartet. Weil bei jedem Ort mit Bahnhof angehalten wird, dauert die Fahrt sehr lange. In Wittlich muss ich noch einige Minuten auf den Bus warten, der mich ins Stadtzentrum bringt. Vom Busbahnhof gehe ich direkt zur Markus-Kirche, wo ich starten werde.

Von Lutzerath nach Wittlich (15. März 2011)

Nach einem langen Winter und einer wegen Krankheit nicht durchgeführten Zwei-Tages-Tour am Rhein ist heute wieder der eingerostete Bewegungsapparat gefordert. Eigentlich wäre ich gerne am kommenden Wochenende mit der St.-Matthias-Bruderschaft Mayen auf den Eifel-Camino gezogen, aber aufgrund einer Familienfeier ist das nicht möglich. Also heißt es, sehr früh aus dem Bett zu fallen, den kleinen Rucksack aufzuschnallen und zum Bahnhof zu gehen. Ich fahre um kurz nach sechs Uhr mit dem Zug nach Cochem und steige dort in einen Bus ein, der mich nach Büchel bringen soll. Ich bin um diese Zeit der einzige Fahrgast. Als sich der Bus in die Höhen windet und die dicken Nebelschwaden durchbricht, geht die Sonne in einem farbenprächtigen Szenario auf. Der Tag könnte also schön werden, angekündigt sind Temperaturen bis zu achtzehn Grad. In Büchel verlasse ich den Bus, gleichzeitig steigen unzählige Schulkinder ein. Ich schaue mir zur Sicherheit den Fahrplan an, in gut zehn Minuten kommt mein Anschlussbus, der mich nach Lutzerath bringen wird. Zum Glück bemerke ich, dass sich die Nummerierung des Busses geändert hat und nun die Zahl trägt, die auch mein nächstes Transportmittel ihr eigen nennen sollte. Ich frage einen an der Haltestelle stehenden Vater nach dem Ziel des Busses. Dieser versichert mir sehr glaubhaft, dass die Kinder nach Lutzerath gebracht werden. Also steige ich kurzerhand wieder ein und finde auch noch ein Plätzchen.

Von Maria Martental nach Lutzerath (10. Oktober 2010)

In der Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Ich habe mich oft gedreht und bin dabei auch mehrfach wach geworden. Das passiert mir hin und wieder, wenn für den kommenden Tag etwas Besonderes geplant ist. Heute werden wir mit der ganzen Familie am fünften Pilgertag der Matthias-Bruderschaft Mayen teilnehmen, der uns auf dem Eifel-Camino von Maria Martental nach Lutzerath führen wird. Wir brauchen aber nicht so früh aufzustehen, da sich die Pilger erst um 9:30 Uhr am Startort treffen. Bis dahin benötigen wir wahrscheinlich eine gute dreiviertel Stunde. Ich besorge beim Bäcker frische Brötchen für die Rucksackverpflegung, nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Wir erreichen pünktlich die in einem tief eingeschnittenen Tal liegende Wallfahrtskirche und stellen unser Auto auf dem nahe liegenden Waldparkplatz ab. Dort stehen bereits unzählige andere Fahrzeuge. Die Kennzeichen verraten, dass heute viele Pilger aus Nah und Fern dabei sein werden. Während die Kirche noch gänzlich im Schatten liegt, erreichen die ersten Sonnenstrahlen die umliegenden Baumspitzen und lassen diese in herbstlich bunten Farben erleuchten.

Von Monreal nach Maria Martental (21. März 2010)

Nun stehe ich in dieser Woche bereits zum zweiten Mal früh auf, um einen Abschnitt auf einem Jakobsweg zu gehen. Für den heutigen Tage hat die St. Matthias-Bruderschaft Mayen zu ihrem inzwischen vierten Pilgertag auf dem Eifel-Camino eingeladen. Und heute ist neben meinem schon pilgererfahrenen Sohn Christian auch meine Frau Susanne dabei. In der Nacht hat es fürchterlich geregnet und die Aussichten für den Tag sind auch nicht die rosigsten. Gestern habe ich schon eine große Tüte Brötchen gekauft, die am Frühstückstisch mit Wurst und Käse belegt und dann im Rucksack verstaut werden. Um kurz nach acht Uhr sitzen wir im Auto und fahren zum Ausgangspunkt Monreal. Hinter Koblenz beginnt es zu regnen. Doch als wir auf die Autobahn in Richtung Mayen einbiegen, strahlt uns aus ein paar Wolkenspalten blauer Himmel und Sonnenschein entgegen. Gut zwanzig Minuten später fahren wir auf den Parkplatz des Bahnhofes in Monreal, der schon gut gefüllt ist. Unzählige Pilger mit Rücksäcken, Regenjacken und -schirmen bevölkern den Platz und immer noch kommen weitere Autos dazu.

Von Mendig nach Monreal (20. September 2009)

Christian und ich stehen heute früh auf. Bereits um 6.15 Uhr werden wir geweckt und nehmen unser Frühstück ein. Unsere Ausrüstung haben wir bereits am gestrigen Abend gepackt, damit es heute nicht noch früher wird. Kurz nach sieben Uhr sitzen wir schon im Auto und steuern auf Mendig zu. Hier startet heute der dritte Pilgertag auf dem Eifel-Camino, veranstaltet von der St. Matthias-Bruderschaft Mayen. Es ist vorgesehen, den Weg von der Mendiger St. Cyriakus-Kirche nach Monreal zu pilgern. Wir sind so rechtzeitig da, dass wir noch einen der vielen freien Parkplätze direkt an der Kirche erhalten. Nur einige Minuten später wimmelt es nur so von Leuten mit Rucksäcken, Wanderstiefeln und Trekking-Stöcken auf dem Kirchplatz. Christian und ich gehören zu den wenigen, denen man den Pilger auch äußerlich ansieht. Einige andere haben an Hut oder Rucksack in irgendeiner Form eine Jakobsmuschel angebracht. Außer uns beiden hat keiner einen Pilgerstab dabei. Das sind natürlich nur Äußerlichkeiten, die nichts über die persönliche Einstellung aussagen.

Von Namedy nach Mendig (24. August 2009)

Nachdem ich drei Wochen im Dienst bin, hat es mich wieder nach draußen gezogen. Eine Etappe auf einem einheimischen Jakobsweg sollte in Angriff genommen werden. Erstmals verlasse ich dabei die gerade Linie in Richtung Santiago und begebe mich auf den Eifel-Camino, der durch die Matthias-Bruderschaft Mayen im vergangenen Jahr von Namedy bis zum Heunenhof hinter Monreal markiert wurde. Mein Weg führt heute von Namedy über die Abtei Maria Laach nach Mendig. Mit der Bahn fahre ich früh am Morgen von Koblenz nach Namedy und beginne kurz vor acht Uhr meinen Marsch. Zunächst gehe ich durch die Ortsmitte und erreiche die „Hauptstraße“. Nach wenigen Schritten in nördlicher Richtung erreiche ich Burg Namedy. Deren älteste Teile reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Im vergangenen Jahrhundert ging das inzwischen zum Schloss erweiterte Anwesen in den Besitz des Hauses Hohenzollern über. Seit 1988 finden dort regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, bei einer dienstlichen Veranstaltung die Innenräume zu bewundern. Diese sind sehr geschmackvoll im Stile der vergangenen Epochen, zum Teil aber auch sehr modern, eingerichtet.